Im Prinzip ist es recht einfach, einen PC zusammenzubauen. Man kann es mit einem Puzzle vergleichen, bei dem man nur vorsichtig mit den Teilen umgehen muss. Generell sollte man nur mit sauberen Fingern arbeiten und, wenn man die Teile anfasst, nicht elektrisch aufgeladen sein, um Hardwareschäden zu vermeiden.
2. Überblick
Grundsätzlich besteht ein Computer aus neun Teilen: Netzteil(1), Arbeitsspeicher(2), Mainboard(3), Prozessor(4), Prozessorkühler(5), Laufwerk(6), Grafikkarte(7), Festplatte(8) und Gehäuse(9).
3. Das Netzteil und seine Anschlüsse
3.1 Allgemeines
Das Netzteil versorgt alle Hauptkomponenten mit Energie. Das Anschließen der Kabel ist ziemlich einfach, da es immer nur eine Möglichkeit gibt. Es ist keine festen Anzahl an Anschlüssen bei Netzteilen vorhanden, deshalb sollte man vor dem Kauf darauf achten, dass die richtigen Stecker in ausreichender Menge vorhanden sind.
3.2.1 Der SATA-Stecker
An diesem Stecker werden alle SATA(II) Festplatten und Laufwerke angeschlossen.
3.2.2 Der 24-Pin-ATX-Stecker
Der Stecker dient der Versorgung des Mainboards. Bei manchen Netzteilen besteht der Stecker aus einem 20-Pin-Stecker und einem 4-Pin-Stecker. Bei normalen ATX-Mainboards müssen beide angeschlossen werden!
3.2.3 Der Grafikkarten Anschluss
Grafikkarten im Mid-Highend-Bereich brauchen eine extra Stromversorgung, während die meisten Low-end-Karten auch mit dem PCIe-Anschluss auf dem Mainboard als Stromquelle auskommen. Die anderen Grafikkarten haben aber auch unterschiedliche Bedürfnisse: manche kommen mit einem 6-Pin-Stecker (wie auch dem Bild) aus, andere brauchen z.B. einen 8-Pin-Stecker oder zwei 6-Pin-Stecker. (Neue Netzteile haben meistens einen 6+2-Pin Stecker. An dem 6-Pin-Stecker hängen also noch zwei Pins dran, die man, falls notwendig, auch einstecken kann.) Gerade dort muss man immer darauf achten, dass das Netzteil die richtigen Anschlussmöglichkeiten bietet.
3.2.4 Der 4-Pin-Stecker
Dies ist der universellste Stecker. An ihm kann man IDE-Festplatten, IDE-Laufwerke, Lüfter und im Prinzip fast alles an Extras(z.B. Lüftersteuerung) anschließen.
3.2.5 Der 4-Pin-Block Stecker
Dieser Stecker wird links oberhalb der CPU platziert. Er versorgt gewisse Teile auf dem Mainboard nochmal extra mit Strom. Den Stecker gibt es in diesem 4-Pin-Block-Format, das im Moment alle Standard-ATX-Boards benutzen, nur einmal.
4. Einbau des Netzteiles
Normalerweise werden die Netzteile links oben im Gehäuse eingebaut. Der Lüfter zeigt dabei nach unten, sodass sich das Netzteil selbst gut kühlen kann (in manchen neuen Gehäusen wir das Netzteil auch links unten eingebaut).
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Fixiert wird das Netzteil mit vier Schrauben, die von außen hineingedreht werden.
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5. Einbau des Mainboards mit Prozessor (Teil 1)
Es gibt viele verschiedene Sockel auf Mainboards für Prozessoren. Das Prinzip ist aber immer gleich (wobei bei den Prozessoren selbst auch eine genaue Anleitung dabei ist): Man klappt den Hebel neben dem Sockel hoch, platziert den Prozessor und klappt den Hebel wieder herunter. Es gibt immer nur eine Variante, in der der Kühler auf den Sockel passt.
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6. Einbau des Mainboards mit Prozessor (Teil 2)
Jedes Mainboard hat eine individuelle ATX-Blende.
Diese wird von innen in das Gehäuse hineingedrückt (in neuen Gehäusen ist schon eine Beispielblende drin, die man durch Drücken von außen gegen die Blende entfernen muss).
Jetzt muss das Einbauen des Mainboards vorbereitet werden. Jedes Gehäuse hat auf dem Boden viele Löcher:
7. Einbau des Mainboards mit Prozessor (Teil 3)
Da es verschiedene Mainboard-Formate gibt, ist jedes Loch auf dem Gehäuseboden mit Buchstaben gekennzeichnet.
Zum Beispiel so:
Diese Buchstaben geben an, für welche Formate das entsprechende Loch benutzt wird. Die Buchstabendefinitionen stehen im Gehäusehandbuch.
In diesem Fall wird ein ATX-Mainboard verbaut. Dafür schraubt man die sechs ATX-Abstandhalter in die entsprechenden Löcher.
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Der Abstandhalter mit dem runden Kopf wird genau in der Mitte platziert.
Bei manchen Kühlkörpern muss eine sogenannte Backplate von hinten auf das Mainboard montiert werden. Prinzipiell kann man den Kühler vor oder nach dem Einbau des Mainboards befestigen. In diesem Fall wird zuerst das Mainboard eingebaut und eine Backplate ist für den Kühler nicht nötig. Beim Einbau des Mainboards ist es sinnvoll, erst einmal die Anschlüsse am Mainboard in die ATX-Blende zu stecken und dann das Mainboard in den mittleren Abstandhalter mit rundem Kopf zu korrigieren. Danach können Schrauben in die restlichen Löcher gedreht werden (am besten erst einmal alle Schrauben locker rein drehen und danach erst festziehen).
8. Einbau des Kühlers
Bevor der Kühler auf den Prozessor montiert werden kann, muss Wärmeleitpaste auf den Prozessor aufgetragen werden (bei vielen Boxed Lüftern ist die Wärmeleitpaste schon unten am Kühler dran und dieser muss einfach nur montiert werden). Dazu macht man am besten einen kleinen Kleks der Paste in die Mitte der CPU und verteilt die Paste dann gleichmäßig auf der Oberfläche (das geht z.B. mit Kreditkarten relativ gut).
Jetzt kann der Kühler auf das Mainboard montiert werden. Wie genau man den Kühler montiert, werde ich jetzt nicht beschreiben, da das von Kühler zu Kühler unterschiedlich ist und bei den Kühlern auch immer eine detaillierte Beschreibung der Montage beiliegt.
Nun muss noch der Lüfter des Kühlers angeschlossen werden. Auf dem Mainboard gibt es einen, meist rechts über dem Kühler liegenden Anschluss, der meistens mit CPU_FAN gekennzeichnet ist. Dort sollte der Lüfter angeschlossen werden.
9. Einbau des Arbeitsspeichers
Der Arbeitsspeicher ist sehr einfach einzubauen. Dazu müssen erst einmal die "Befestigungshaken" an den Steckplätzen nach außen geklappt werden. Danach werden die Riegel einfach in die Steckplätze gesteckt (dadurch, dass die kleine Lücke an der Unterseite nicht ganz in der Mitte ist, gibt es nur eine Möglichkeit, mit der der Speicher eingebaut werden kann). Beim Reindrücken eines Riegels sollten die entsprechenden "Befestigungshaken" von alleine einrasten. Wenn nicht, sollte man das noch selbst machen.
Hat man nur zwei (drei) RAM Riegel, sollte man diese in die gleichfarbigen Steckplätze stecken, sodass die Riegel im Dualchannel (Tri-Channel) laufen (bei Mainboards, bei denen alle die gleiche Farbe haben, sollte im Handbuch etwas darüber stehen).
10. Einbau der Festplatte
Viele neue Gehäuse bieten die Möglichkeit, den Festplattenkäfig aus dem Gehäuse herauszunehmen. Das erleichtert das Einbauen einer neuen Festplatte.
Zum Einbauen der Festplatte wird diese einfach in einen beliebigen freien Platz geschoben und (meistens) mit vier Schrauben fixiert. Die Seite mit dem Aufkleber des Herstellers sollte oben sein und die Anschlüsse müssen natürlich auf der Seite sein, die "in das Gehäuse zeigt".
Danach kann man (falls vorhanden) den Käfig wieder ins Gehäuse stecken und/oder schrauben.
11. Einbau eines Laufwerks
Sehr viele Gehäuse bieten inzwischen die Möglichkeit, Laufwerke (und was man alles sonst noch in einen 5.25" Schacht einbaut) mit Plastikhalterungen schnell zu fixieren. Also muss man vor dem Einbauen eines Laufwerks erst einmal die entsprechende Halterung nach oben klappen.
Jetzt ist es möglich (bei manchen Gehäusen muss man noch vorne eventuell noch Abdeckklappen entfernen und/oder die gesamte Fronttür aufklappen), das Laufwerk von außen einfach in den Schacht hineinzuschieben.
Steckt es richtig drin (am besten daran zu sehen ob es außen gut mit dem Gehäuse abschließt), kann man es mit den Plastikhalterungen fixieren. Es ist aber immer zu empfehlen, noch zusätzlich ein paar Schrauben zu benutzen, um den Halt zu festigen.
12. Einbau der Grafikkarte
Nun zur Grafikkarte.
Diese wird auf einem PCI-Express-Steckplatz montiert, der so wie der blaue und schwarze Steckplatz in folgendem Bild aussieht:
Die Karte wird von oben einfach in den Steckplatz hineingedrückt
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und mit einer Plastikhalterung sowie Schrauben fixiert:
13. Stromversorgung (Teil 1)
In welcher Reihenfolge man den Strom anschließt, ist egal. Hier beginne ich mit dem Mainboard:
Der 24-Pin-ATX-Stecker wird neben dem RAM angebracht. (Wie schon am Anfang des Tutorials erwähnt, kann es auch sein, dass der Stecker aus einem 20-Pin- und einem 4-Pin-Stecker besteht. Diese sollten dann beide in das Mainboard gesteckt werden.)
Links über die CPU kommt der 4-Pin-Block-Stecker:
Weil das Laufwerk in diesem Beispiel ein IDE-Laufwerk ist, wird es mit einem 4-Pin-Stecker mit Strom versorgt. Ist es ein neues SATA-Laufwerk, wird (wie gleich bei der Festplatte) ein SATA-Stromkabel verwendet.
14. Stromversorgung (Teil 2)
Nun zur Festplatte: Diese wird, wie schon erwähnt, mit einem SATA-Stromkabel versorgt:
Die Grafikkarte hat hinten ihre Strombuchsen:
Das können von Grafikkarte zu Grafikkarte unterschiedliche sein (wie schon in 3.2.3 erwähnt). In diesem Fall ist nur ein PCIe-6-Pin-Stecker nötig.
Manche Mainboards benötigen auch eine eigene Extraversorgung an den PCIe-Steckplätzen. Wenn vorhanden, muss hier auch noch ein 4-Pin-Stecker hinein:
Überblick:
15. Datenkabel
Außer den Stromverbindungen müssen auch noch ein paar Datenverbindungen gelegt werden. Die Festplatte wird, in diesem Fall mit einem SATA Kabel, mit dem Mainboard verbunden. (Ist die Festplatte eine IDE-Platte, sieht das Kabel so wie beim Laufwerk aus.) Als erstes schließt man das Kabel an einen der Anschlüsse am Mainboard an: (Bitte nicht dadurch verwirren lassen, dass auf dem 2. Bild zwei Kabel angeschlossen sind. Selbstverständlich ist das eigentlich in diesem Fall nur eins.)
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Jetzt wird es auch an der Festplatte, direkt neben dem Stromkabel, eingesteckt:
Das Gleiche gilt für ein SATA-Laufwerk.
Das IDE-Laufwerk in diesem Beispiel wird mit einem großen grauen Kabel neben der Stromversorgung am Laufwerk befestigt.
Der IDE-Steckplatz sollte wegen seiner Größe auf dem Mainboard nicht schwer zu finden sein. Außerdem ist er meistens mit IDE gekennzeichnet. Die Position steht auch noch im Handbuch.
16. Gehäusestecker (Teil 1)
Jetzt fehlen noch die ganzen Stecker, die beim Gehäuse dabei sind. Erst einmal müssen noch die Gehäuselüfter mit Strom versorgt werden. Die Stecker der Lüfter kann man entweder auf dem Mainboard in die dafür vorgesehenen Steckplätze stecken (meist mit CHA_ FAN oder OPT_FAN gekennzeichnet):
oder mit einem Adapter wie z.B. diesem hier:
direkt mit einem 4-Pin-Stecker am Netzteil verbinden. Hat das Gehäuse außen eSATA-Anschlüsse, werden die entsprechenden Kabel einfach in eine normale SATA-Buchse gesteckt. Für externe USB Anschlüsse müssen die entsprechenden Kabel
in die (meist mit USB gekennzeichnete) dafür vorgesehenen Buchse gesteckt werden:
17. Gehäusestecker (Teil 2)
Am Schluss müssen noch einige kleine, aber wichtige Kabel auf dem Mainboard montiert werden:
POWER SW ist am Anschaltknopf angeschlossen und schaltet den Computer ein.
RESET SW ist am Resetknopf angeschlossen und startet den Computer sofort neu.
H.D.D. LED leuchtet, wenn auf die Festplatte zugegriffen wird.
POWER LED leuchtet, wenn der Computer angeschaltet ist.
Diese ganzen Kabel werden am Mainboard angeschlossen. In diesem Fall ist die Stelle nur mit F_PANEL gekennzeichnet und man ist gezwungen, im Handbuch nachzuschauen, wo welcher Stecker hineinkommt.
Handbuch:
Bei den meisten aktuellen Boards ist auch noch ein SPEAKER-Anschluss dabei, an dem ein kleiner Lautsprecher im Gehäuse angeschlossen werden kann, der piepst - beim Booten und wenn das Mainboard einen Fehler festgestellt hat.
18. Abschluss
Jetzt sollte nur noch der Netzstecker und die anderen Sachen wie Maus, Tastatur, Bildschirm usw. angeschlossen werden und schon läuft der PC.